Laserklinik Lohr

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Operationsmöglichkeit bei fortschreitendem Keratokonus

Abbildung Pentacam2
Untersuchung der Hornhaut mit der
Pentacam (Firma Oculus)

Was ist ein Keratokonus?

Bei der Erkrankung des Keratokonus handelt es sich um eine fortschreitende, kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut. Ursache für diese Verformung ist eine unzureichende Stabilität der Hornhaut. Die Kollagenfasern des Hornhautstromas sind nicht ausreichend miteinander verbunden, sodass die Hornhaut dem Druck, der von innen auf die Hornhaut wirkt (Augeninnendruck) nachgibt. Die Erkrankung beginnt in den meisten Fällen in der Pubertät und schreitet bei ca. 20% der Betroffenen voran. Folge ist eine zunehmende Sehverschlechterung, die sich auch durch Brille oder Kontaktlinse nicht ausreichend oder gar nicht korrigieren lässt. Dies kann bei stark irregulärer Hornhautverkrümmung oder Narbenbildung dazu führen, dass eine Hornhautverpflanzung erforderlich ist.


 

Welche Behandlungsmöglichkeiten beim Keratokonus gibt es?

Abbildung Pentacam1Der erste Ansatz einen Keratokonus zu behandeln ist die Anpassung einer Brille oder Kontaktlinse. Diese Anpassung führt zwar in vielen Fällen zu einer Sehverbesserung, hält aber das Voranschreiten eines Keratokonus nicht auf.

Ist die Sehschärfe soweit reduziert, dass auch mit Brille oder Kontaktlinse keine Sehverbesserung zu erzielen ist, besteht die Möglichkeit einer Hornhautverpflanzung. Hierbei wird die Hornhaut eines Organspenders in Ihr Auge transplantiert um eine Verbesserung der Sehfähigkeit zu erreichen. Dieses Verfahren ist mit entsprechenden OP Risiken behaftet und braucht eine lange Nachbehandlung mit regelmäßigen Kontrollen für mehr als 1 Jahr.

 


Welche Alternativen gibt es? Was ist Crosslinking?

Seit 1998 steht zur Behandlung des Keratokonus das so genannte Crosslinking zur Verfügung. Dieses Verfahren ist die erste Therapie, die an der Ursache der Erkrankung, nämlich einer unzureichenden Vernetzung der Kollagenfasern in der Hornhaut, ansetzt. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Riboflavin-Augentropfen und einer UV-A-Bestrahlung der Hornhaut.

Ziel dieser Behandlung, die seither an hunderten von Patienten erfolgreich durchgeführt wurde, ist es, eine Stabilisierung der Kollagenfasern in der Hornhaut zu erreichen. Dadurch soll das Voranschreiten des Keratokonus vermieden werden. Im bisherigen Beobachtungszeitraum von 10 Jahren sind durch dieses Verfahren gute Erfolge erzielt worden. In den meisten Fällen wurde die angestrebte Stabilisierung des Befundes erreicht, in vielen Fällen war sogar eine Verringerung der irregulären Hornhautverkrümmung und damit eine Besserung der Sehleistung zu verzeichnen. Aufgrund des bisher noch kurzen Beobachtungszeitraums von 10 Jahren liegen jedoch noch keine Langzeitergebnisse vor.

Animation: Crosslinking bei Keratokonus

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Wie läuft die Crosslinking Behandlung ab?

Abbildung Crosslinkink OP VorbereitungDie Crosslinking Therapie ist ein ambulanter operativer Eingriff. Zunächst wird das Auge mit Tropfen betäubt. Anschließend wird die oberflächliche Schicht der Hornhaut (Epithel) unter dem Mikroskop abgetragen.

Anschließend werden für ca. 30 Minuten Riboflavin Augentropfen auf das Auge getropft. Ist dieses in der Vorderkammer des Auges angekommen, erfolgt die 30 minütige Bestrahlung des Auges mit einer speziellen UVA-Lampe. Diese Bestrahlung erreicht eine verstärkte Vernetzung der Kollagenfasern der Hornhaut. Durch die zuvor verabreichten Betäubungstropfen ist die Behandlung selbst komplett schmerzfrei.

Abschließend wird eine Kontaktlinse auf das Auge aufgesetzt. Diese verbleibt für ca 3 – 5 Tage im Auge, bis die oberflächliche Schicht (Epithel) wieder zugewachsen ist.


Wie ist der Heilungsverlauf nach der Behandlung?


Nach der Behandlung ist die regelmäßige Gabe von antibiotischen Augentropfen erforderlich, um eine Entzündung zu vermeiden. Nach 3 – 5 Tagen, wenn das Epithel geschlossen ist, kann die Kontaktlinse entfernt werden. Während dieser ersten Tage nach der OP sind Schmerzen und Fremdkörpergefühl nicht ungewöhnlich. Um diese zu lindern können befeuchtende Augentropfen und Schmerztabletten gegeben werden. Ein endgültiges Ergebnis ist erst nach ca. 3 Monaten zu erwarten. Das Tragen der Kontaktlinse ist während dieser Zeit vom Befund abhängig und ist von Fall zu Fall mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.

 

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Behandlung des Keratokonus mittels Crosslinking ist ein sicheres Verfahren. Mögliche Nebenwirkungen wie Rötung des Auges, Schmerzen in den ersten Tagen nach der Operation, Fremdkörpergefühl, Brennen sowie verschwommene Sicht und Blendung sind in den aller meisten Fällen vorübergehend. Eine Dauerhafte Sehminderung etwa durch Narbenbildung nach einer Infektion wurde nur in sehr wenigen Fällen beobachtet. Sollten solche Komplikationen auftreten, so steht die Durchführung eines Crosslinking einer möglichen, späteren Hornhautverpflanzung nicht im Wege. 

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Crosslinking haben, stehen wir Ihnen gerne zum persönlichen Gespräch zur Verfügung. 


Nachsorge

Bitte beachten Sie nach der Behandlung:

- Nicht am Auge reiben!
- Die eingesetzte Kontaktlinse verbleibt 3 – 5 Tage im Auge.
- Den Kontakt des Auges mit Schmutz oder Wasser vermeiden!
- Eine Kontrolle bei Ihrem Augenarzt erfolgt in den ersten drei bis fünf Tagen täglich, bis die oberflächliche Schicht der Hornhaut (Epithel) verheilt ist.
- Mäßige Schmerzen und Fremdkörpergefühl nach der Operation sind normal.

Für Patienten mit einem anderen Augenarzt bitte beachten:
Bitte vereinbaren Sie schon jetzt mit Ihrem behandelnden Augenarzt einen Kontrolltermin am Tag nach der Operation!

Sollten Sie folgende Symptome beobachten:

- deutliche Sehverschlechterung
- extrem starke Schmerzen, die auch unter Schmerztherapie nicht abklingen
- zunehmende Rötung des Auges

dann sollten Sie umgehend mit Ihrem Augenarzt oder Ihrer Augenklinik Kontakt aufnehmen.